PDF Drucken E-Mail

 

alt

 

Tag 8

 

Es hat wie aus KĂŒbeln geschĂŒttet,  aber! wir sind harte Biker - in weichen Betten. Als wir Aufstehen ist der Zauber vorbei. Wir gehen runter zum FrĂŒhstĂŒck und erleben die motivierteste Bedienung die wir jemals in einem Hotel erlebt haben. Mir fĂ€llt das Lied ein, "So a saudummer Dog, a jeder schnaufer a bloog". Wir schlagen im Hotel Ambassador, was fĂŒr ein Name. Klingt nach Luxus, ist es aber nicht. Die Zimmer sind fĂŒr eine Nacht in Ordnung, des Service allerdings lĂ€sst im Restaurant zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Das junge MĂ€del an der Rezeption empfing uns am Abend recht freundlich, organisierte sogar noch eine Unterstellmöglichkeit fĂŒr die Bikes, und servierte uns das Abendessen sowie das letzte Bier. Als wir noch ein bischen an unserem Bericht im Zimmer auf dem Balkon tippen und Bilder auf Facebook hochladen, fĂ€hrt sie gerade mit dem Taxi nach Hause, es ist kurz vor 01:00 Uhr. Am nĂ€chsten Morgen um 08:00 Uhr serviert sie uns schon wieder das FrĂŒhstĂŒck. So gesehen habe ich fast Mitleid und verstehe jeden Schnaufer. Nach dem zahlen freuen wir uns, denn das Zimmer kostet doch nur die HĂ€lfte, hab ich am Abend falsch verstanden.  15 Euro die Nacht in Focsani pro Person ist ok.

Focșani liegt in der historischen Region Westmoldau, 55 m Höhe am Fluss Milcov, an der Ostspitze des Karpatenbogens etwa 180 km nordöstlich von Bukarest und ist die Hauptstadt des Kreises Vrancea. Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber ein stĂ€dtisches Theater und ein Volkskundemuseum. Sehenswert sind einige Kirchen aus dem 17. Jh., das Mausoleum fĂŒr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sowie verschiedene DenkmĂ€ler, die an die Vereinigung von Moldau und Walachei erinnern. Die Gegend um Focșani ist traditionelles Weinanbaugebiet. Daneben hat die Textilwirtschaft einige Bedeutung. (Quelle: Wikipedia)

 

 

Wir sind um kurz vor 10 Uhr Abreisebereit und fahren noch 6 km bis zur JVA in Focsani. ZunĂ€chst verpassen wir allerdings die Straße zum Knast, denn die ist nicht geteert, damit hatten wir nicht gerechnet. Als aber der Schubbus einbiegt, wissen wir, das wir auf der richtigen FĂ€hrte sind. Wir fahren also hinterher und vor der JVA wartet bereits Tibi, der uns als Dolmetscher dient. Hier werden wir herzlich empfangen, das hast du noch nicht gesehen. Flux kĂŒmmern sich 4 Leute um uns und es geht erst einmal ins BĂŒro des stellv. Anstaltsleiters, der Chef ist gerade in Griechenland im Urlaub.

 

 

Nach einer kurzen Vorstellung bekommen wir einiges zur Geschichte der JVA in Focsani zu hören. Anschließend besichtigen wir den Knast und stellen fest, das unsere "Leute" im Hotel wohnen. 30 Mann in einem Raum, Betten nur von vorne zu erreichen, ein paar kleine GĂ€nge zwischen den Betten und mehr ist nicht. Vieles wurde allerdings 2006 den EU-Richtlinien angepasst und es hat sich diesbezĂŒglich vieles in RumĂ€nien getan. Nach 4 Stunden FĂŒhrung verlassen wir nach einer herzlichen Verabschiedung die JVA.

Unser heutiges Ziel ist jedoch das schwarze Meer. Es geht also gegen 14:00 Uhr wieder auf die Piste, das Thermometer sagt schlappe 38° C an, wir sind es mittlerweile schon gewohnt. Nach unspektakulÀren 90 km erreichen wir Galati, die Stadt direkt an der Donau. Hier suchen wir die FÀhre, und weil Tibi sich immer verfÀhrt, so sagte er uns noch in Focsani, wollen wir mit der Tradition nicht brechen und fahren in Galati eine extra Runde.

Um zum Hafen zu kommen nehmen wir dann noch den BĂŒrgersteig gegen die Einbahnstraße. Wir sind in RumĂ€nien. An der FĂ€hre angekommen, gönnen sich Tibi und Lethi erst einmal einen Kaffee, da sie schon seit 03:00 Uhr am morgen unterwegs sind, nur um fĂŒr uns zu dolmetschen. Wir beobachten indes das rege Treiben vor der FĂ€hre. Die Donau ist an dieser Stelle ein wenig breiter als in Regensburg, ich schĂ€tze ca. 400 Meter. Auf beiden Seiten stehen FĂ€hren und wir sind gleich an der Reihe. FĂŒr 3 MotorrĂ€der bezahlen wir 33 Lei. In weniger als 5 Minuten sind wir nach der Beladung auf der anderen Seite.

Galați liegt am linken Ufer der unteren Donau. Wenige Kilometer flussaufwĂ€rts mĂŒndet der Sereth in die Donau. Etwa elf Kilometer nordöstlich der Stadt befindet sich die Grenze zu Moldawien. Heute ist die Stadt geprĂ€gt von Schwerindustrie wie der grĂ¶ĂŸten EisenhĂŒtte RumĂ€niens, Maschinenbau und der grĂ¶ĂŸten rumĂ€nischen Schiffswerft. Daneben verfĂŒgt sie ĂŒber eine Textilfabrik, MĂŒhlen, SĂ€gewerke und Fischereibetriebe. Besondere Bedeutung erlangt Galați durch seinen Hafen, der als der bedeutendste Binnenhafen des Landes gilt. Er wird als Kriegshafen genutzt und ist der letzte Umschlagplatz vor dem Donaudelta. Es gibt einen regelmĂ€ĂŸigen FĂ€hrverkehr ans rechte Donauufer nach I. C. Brătianu. Galați [gaˈlatsÊČ] (deutsch Galatz) ist die Kreishauptstadt des gleichnamigen Kreises in der Westmoldau in RumĂ€nien. Mit knapp 250.000 Einwohnern ist Galați 2011 die achtgrĂ¶ĂŸte Stadt des Landes. (Quelle: Wikipedia)

80 km spĂ€ter erreichen wir die Stadt Tulcea. Hier versorgen wir uns in einem Baumarkt an einem Geldautomaten mit frischem Plastikgeld. Wir haben noch ca. eine Stunde fahrt vor uns und legen unseren ursprĂŒnglichen Plan, hier noch eine Kaffeepause zu machen, beiseite. Wir wollen jetzt eigentlich nur noch ankommen, wahrscheinlich auch der Hitze geschuldet.

Tulcea liegt am rechten Donauufer, auf sieben HĂŒgeln, genau an der Stelle, an der die Donau eine scharfe Biegung in Richtung Osten bildet. Am gegenĂŒberliegenden Ufer, in der Schlinge der KrĂŒmmung, liegt Tudor Vladimirescu, ein ehemals selbststĂ€ndiger Ort namens Carantena, der heute ein Ortsteil von Tulcea ist. In 15 Kilometer Entfernung befindet sich der Internationale Flughafen Mihail Kogălniceanu. Tulcea ist nach wie vor eine bedeutende Hafenstadt, außerdem Basis der rumĂ€nischen Flussmarine und gilt als Tor zum Donaudelta, das als Weltnaturerbe unter Naturschutz steht. Außerdem besitzt die Stadt einen kleinen Regionalflughafen. Tulcea ist eine wichtige Industriestadt mit Werften und Textilindustrie. Die grĂ¶ĂŸte Schiffswerft wurde in den 1960er Jahren unter Ceaușescu gebaut und war der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber im Ort. Nach der Wende gab es weniger AuftrĂ€ge und die Zahl der Mitarbeiter musste verringert werden. DarĂŒber hinaus gibt es in Tulcea eine große AluminiumhĂŒtte. Die Fabrik musste nach der politischen Wende wegen Umweltproblemen ihre Produktion einstellen. Doch um 2002 hatte sich ein russischer Investor gefunden, der die Herstellung wieder aufgenommen hat, jedoch in kleineren Mengen. Eine schrittweise Modernisierung der VerhĂŒttungsanlagen lĂ€uft. Ab den 1990er Jahren wurde der Tourismus zu einem neuen bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Dementsprechend nahm die Zahl der Hotels und Ausflugsunternehmen zu. Von Tulcea aus fahren wĂ€hrend der Sommersaison regelmĂ€ĂŸig Fahrgastschiffe in das Donaudelta. Diese Schiffstouren werden auch HotelgĂ€sten angeboten, vermittelt und teilweise organisiert. (Quelle: Wikipedia)

 

Nach einer Fahrt von weiteren 50 km erreichen wir um 19:00 Uhr unser Quartier in Dunavato de Jos, bei Lilli und Dana in der Casa Lucia. Nach dem wir unsere Zimmer beziehen gehen wir raus zum essen. Vorher lernen wir den KĂŒhlschrank kennen, er wird unser bester Freund in den nĂ€chsten 3 Tagen. Wir werden verwöhnt mit Fisch und bekommen zwei Karaffen Schnaps zur BegrĂŒĂŸung. Wir futtern den Hecht mit GemĂŒse und fĂŒhlen uns wohl - bis zum ersten Stich. Und dann denkst du, du bist im falschen Film. Innerhalb von Minuten sind sie da. Sie haben nur auf Dich gewartet, Ihr ganzes Leben lang. Du fĂ€hrst 2400 km um als Mahlzeit zu dienen. Tausende von StechmĂŒcken, auf die Minute genau. Das selbe Spiel dann am nĂ€chsten Abend, am ĂŒbernĂ€chsten Abend. Sogar die chemischen Keulen, die wir dabei hatten (Autan) und ein speziell im Donaudelta gekauftes Autan tropical hilft hier nix mehr. Wir machen uns so schnell es geht, auf den Weg nach drinnen. Trotz Fliegengitters werden wir noch ein wenig gestochen. Zur Linderung der Stiche holen wir uns kĂŒhle Dosen aus "unserem" KĂŒhlschrank. ZufĂ€llig sind die mit Bier gefĂŒllt gewesen. Wenn ich es genau bedenke, wurden wir oft gestochen.

 

Gefahrene Kilometer an diesem Tag: 220 km

 

 

 

 

 

 

 
Forum jsk-regensburg.de/index.php/sparten/mf-augustenburg/reisen/rumaenien-2015/tag-8.html