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Tag 7

 

 

Heute morgen haben wir uns von unseren Gastgebern in Vatra Dornei verabschiedet. Es waren wieder einmal grandiose Tage bei Tibi. Keiner k├╝mmert sich so intensiv um unser Wohlbefinden und um unser Rahmenprogramm wie er. Letitia, die uns ├╝ber die Tage hervorragend bekocht hat, werden wir nicht vergessen, scheint sie doch die neue, starke Hand im Hause zu werden. Vielen Dank f├╝r die Aufnahme in der Familie, wir kommen gerne wieder.

Nachdem wir um 10 Uhr starteten, konnten wir noch eine ganze Zeit einem Flusslauf folgen, der uns noch einigerma├čen k├╝hlte. Wir folgen also der DN17B dem Flu├č Bistrita. 

Die Bistri╚Ťa (deutsch Bistritz oder Bistritza) ist ein rechter Nebenfluss des Sereth in Rum├Ąnien. Sie entspringt als Bistri╚Ťa Aurie (ÔÇ×Goldene BistritzÔÇť) im Rodnaer Gebirge (rum. Mun╚Ťii Rodnei, ung. Radnai-havasok) und durchstr├Âmt die ganze Breite der Ostkarpaten in der Region Moldau (rum. Moldova), kreuzt ein St├╝ck der ehemaligen Bukowina und m├╝ndet dann unterhalb von Bac─âu von rechts in den Sereth, welcher wiederum bei Gala╚Ťi in die Donau und diese wenig sp├Ąter in das Schwarze Meer m├╝ndet. Der Fluss hat eine L├Ąnge von 290 km, ein Einzugsgebiet von 6974 km┬▓ und (kurz von seiner M├╝ndung in den Sereth) eine Wasserf├╝hrung von 66 m┬│/s. Im Verlauf des Flusses liegt der zwischen 1950 und 1960 errichtete Stausee Izvorul Muntelui, der eine Fl├Ąche von 33 km┬▓ bedeckt.

Nicht zu verwechseln mit der Bistri╚Ťa (Sieu) , welcher ein rechter Nebenfluss des ╚śieu in Rum├Ąnien ist. Dieser Fluss entspringt im C─âlimani-Gebirge, flie├čt durch die Stadt Bistri╚Ťa und m├╝ndet bei S─âr─â╚Ťel in den ╚śieu. Der Fluss hat eine L├Ąnge von ca. 70 km, ein Einzugsgebiet von 612 km┬▓ und (kurz vor seiner M├╝ndung in den ╚śieu) eine durchschnittliche Wasserf├╝hrung von 7,28 m┬│/s. (Quelle: Wikipedia)

Die DN17B geh├Ârt nicht zu den perfekten Stra├čen ist aber gut zu befahren. Die vielen Biegungen am Flu├člauf lassen die Passage angenehm werden. Unsere Bistrita flie├čt ├╝ber den Sereth in die Donau und dann ins Schwarze Meer, also genau unser Ziel. Wir werden aber sp├Ąter den Flusslauf verlassen. Nach insgesamt 100 km erreichen wir den Stausee Izvorul Muntelui oder auch Lacul Bicaz. Er ist der gr├Â├čte innerhalb Rum├Ąniens gelegene Stausee. Erst 36 Kilometer sp├Ąter verlassen wir den See wieder, nicht ohne vorher, etwas oberhalb des Sees eine Mittagspause ein zu legen.

Der Stausee dient der Stromerzeugung im Wasserkraftwerk Bicaz-Stejaru. Das Kraftwerk hat drei Turbinen, eine Leistung von 210 MW und erzeugt durchschnittlich 500 GWh im Jahr. Das maximale Speichervolumen des Sees betr├Ągt 1250 Millionen Kubikmeter. Der See ist ein beliebtes Touristenziel in der Region, vor allem im Sommer, wenn die Besucher mit der F├Ąhre von Bicaz zu einem kurzen Ausflug auf den See fahren, um die herrliche Aussicht auf das Ceahl─âu-Massiv (Ostkarpaten) am Westufer zu genie├čen. In den 1960er und 1970er Jahren gab es eine regelm├Ą├čige F├Ąhrverbindung zwischen dem Hafen von Bicaz und den D├Ârfern am Ufer des Sees. In Potoci, ein paar Kilometer n├Ârdlich der Stadt Bicaz, gibt es eine biologische Forschungseinrichtung mit einer kleinen Tauchbasis f├╝r Unterwasser-Erkundungen. Diese Anlage wurde von dem Meeresbiologen Jacques-Yves Cousteau im Jahr 1984 besucht. (Quelle: Wikipedia)

Bei Bicaz verlassen wir den Flusslauf und biegen auf die DN12C ein und fahren in Richtung Bicazklamm. Vor der Klamm verfahren wir uns ein wenig, das Navi hatte k├╝rzeste Strecke incl. unbefestigte Stra├čen drauf. Stefan, der hier noch nicht war, f├Ąhrt unbeirrt weiter und es dauert eine Zeit, bis ich ihn auf dem losen Untergrund wieder eingeholt habe und wir umdrehen. Ob sich die Bicazklamm lohnt, dar├╝ber streiten sich die Experten in diversen Foren. Sicherlich ist sie nicht recht viel l├Ąnger als 10 km. Die Felsen reichen in der Klamm fast 100 Meter senkrecht in die H├Âhe und in Mitten der Klamm haben sich viele Einzelh├Ąndler fest angesiedelt. Ein durchaus beeindruckendes Foto findet ihr hier. Im Einzugsgebiet der Bicazklamm befindet sich auch eine Tropfsteinh├Âhle, die Pe╚Ötera Munticelu. Da wie keine H├Âhlenforscher sind, bleibt daf├╝r allerdings viel zu wenig Zeit.

Nach der Bicazklamm fahren wir am Lacul Rosu vorbei in Richtung Gheorgheni auf der DN12C weiter. Wir sind die Strecke 2013 schon einmal gefahren, damals waren die Stra├čen aber nass. Wom├Âglich ist mir die Stra├če deshalb nicht so gut in Erinnerung, wie sie es eigentlich verdient hat. Ich lege sie jedem Reisenden w├Ąrmstens ans Herz.

Ab Gheorgheni geht es dann so langsam ins Flachland. Das hei├čt, es wird wieder hei├čer. Die Temperaturen erreichen 38┬░ C im Schatten und der Fahrtwind k├╝hlt nicht wirklich. Wir fahren ├╝ber die DN12 und biegen dort auf die DN12A ab. In Onesti halten wir kurz zum tanken, parken im Revier eines Hundes bei Kaufland, ich lasse mich anfletschen, und fahren dann weiter auf der DN11A nach Ajud. Hier beginnen wir bereits mit der Quartiersuche. Bis hier hin sind wir schon 400 km bei diesen Temperaturen gefahren und uns reicht es eigentlich. Kurz vor Feierabend wird Stefan wie immer etwas hektisch, b├Âse Zungen behaupten, er kann das Feierabend Bier riechen und kennt deshalb kein Pardon. Wir finden jedoch nicht so schnell ein Quartier auf unserer Route, halten ander Landstra├če einmal an einer geschlossenen Pension und ziehen dann doch noch durch bis Focsani. Am n├Ąchsten Tag wird sich zeigen, das es die richtige Entscheidung war.

Ein kurzer Zwischenstand: 2450 km, 18 Liter Schwei├č, 120 Liter Sprit, Bier nicht gez├Ąhlt, Wasser nicht relevant.

 

Gefahrene Kilometer an diesem Tag: 480 km

Die Bicazklamm:

 

 
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