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Tag 10

 

 

Das Aufstehen fällt mir heute morgen sichtlich schwer. Ich bin total zerstochen. Nach einem kleinen Frühstück um 10:30 Uhr beschließe ich, noch einmal die Stiche des Vorabends aus zu kurieren. Um 13:30 Uhr klopft es und ich muss feststellen, das der halbe Tag schon weg ist. Es geht aber nichts über Körperpflege. Höchste Zeit, den Rest des Tages zu nutzen. Also, ins Bad und ein wenig nass gemacht (von außen) und schon geht es los, mit dem Schnellboot ins Donaudelta. Franz, Stefan und ich wollen heute das schwarze Meer erreichen und darin baden. Zuvor gibt uns Lili, unsere Hauswirtin noch eine Kühlbox mit Getränken mit, ich vermute gegen die Staunzen. Das Wasser, das wir bereits eingepackt hatten, lassen wir dann halt zu Hause. Sie kennt uns mittlerweile schon sooo gut.

Mi 25 Seemeilen geht es durch das Delta und es macht uns allen sichtlich Spaß. Wir müssen allerdings zugeben, ohne Dana unseren Vermieter und Bootsführer würden wir wohl hier nicht mehr nach Hause finden. Dana nimmt sich die Zeit und zeigt uns die Flora und Fauna im Delta und die ist bekanntlich vielfältig.

Das Biosphärenreservat Donaudelta befindet sich im MĂĽndungsgebiet der Donau in das Schwarze Meer. Das Donaudelta stellt nach dem Wolgadelta das zweitgrößte Delta Europas dar und umfasst ein Gebiet von 5800 km², wovon 72 Prozent mit einer Fläche von 4178 km² unter Naturschutz stehen. Diese Fläche liegt zu 82,5 Prozent im rumänischen Teil der Landschaft Dobrudscha sowie zu 17,5 Prozent in der Ukraine.

Der nördliche Teil des Reservats – das eigentliche Delta – wird von den drei aus westlicher Richtung einlaufenden Mündungsarmen der Donau durchflossen: dem Chiliaarm als rumänisch-ukrainische Staatsgrenze im Norden, dem Sulinaarm in der Mitte und dem Sfântu-Gheorghe-Arm im Süden. Unmittelbar südlich schließt sich der von Kanälen gespeiste Razim-Sinoie-Lagunenkomplex an. Die Gegend ist bereits seit der Antike spärlich besiedelt. Die Landwirtschaft, Viehzucht und Fischwirtschaft bedienen sich vielfach der natürlichen Ressourcen vor Ort.

In dem Biosphärenreservat konnten bisher etwa 5200 Tier- und Pflanzenarten katalogisiert werden. Die hohe Artenzahl wird einerseits auf das groĂźe Angebot von aquatischen und terrestrischen Lebensräumen zurĂĽckgefĂĽhrt, zum anderen auf das geografische Zusammentreffen der zentraleuropäischen Wälder und des Balkangebirges mit den mediterranen Regionen. Die eng miteinander verbundenen Lebensräume wie Röhrichte, schwimmende Inseln, Altarme und Seen, Auwälder und extreme Trockenbiotope in den DĂĽnen bilden im MĂĽndungsgebiet ein einzigartiges Netzwerk von ĂĽber 30 Ă–kosystemen. Manche dieser Arten gelten als selten oder vom Aussterben bedroht. Das Reservat beherbergt das mit einer Ausdehnung von etwa 1800 km² weltweit größte zusammenhängende Schilfrohrgebiet und ein bedeutendes Vogelschutzreservat mit der größten Pelikankolonie Europas.

Rumänien erklärte 1990 als erster Donauanrainerstaat seinen Teil des Deltas zum Biosphärenreservat. Die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung der Ramsar-Konvention konnte 1991 um das Delta erweitert werden. Die UNESCO nahm das Gebiet 1993 in die Weltnaturerbeliste auf. Rumänien wies das Reservat im gleichen Jahr als Naturschutzgebiet von nationaler und internationaler Bedeutung aus. Seit 1998 ist auch der ukrainische Teil des Donaudeltas ein anerkanntes Biosphärenreservat.

Ab den 1960er Jahren wurden weite Teile der Sumpflandschaft für landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt, wodurch bis 1986 rund ein Fünftel des natürlichen Lebensraums im Delta zerstört wurde. Im Jahr 2000 verpflichteten sich Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine zum Schutz und zur Renaturierung der Feuchtgebiete im Verlauf der etwa 1000 Kilometer langen unteren Donau. Mit diesem vom World Wide Fund For Nature (WWF) initiierten Grünen Korridor entstand das größte grenzüberschreitende Schutzgebiet in Europa.

Die Arbeitslosenquote der Ortsansässigen liegt zwischen 30 und 40 Prozent. Sie erhoffen sich Chancen aus den Initiativen der Europäischen Union zur Förderung von Sanftem Tourismus in der Region, jedoch hat der Tourismus punktuell bereits die Grenzen seiner Naturverträglichkeit erreicht. Unfälle der Ă–lindustrie, die Begradigung und Eindämmung von Schifffahrtswegen, aber auch illegales Wildern beeinträchtigen das ökologische Gleichgewicht.

(Quelle: Wikipedia)

Während wir also mit dem Boot das Delta unsicher machen, erkunden Auri und Gunther das Dorf in dem wir wohnen.

Mit dem Boot geht es durch verschlungene Wasserwege, vorbei an einem erstklassigen Hotel, zu einem großen See mitten im Delta. Die Tier- und Pflanzenwelt im Delta ist riesig, Pelikane sehen wir allerdings nicht, da hätten wir eine andere Route nehmen müssen. Nach ca. 1 1/2 Stunden erreichen wir das schwarze Meer. Es ist ein riesiger, einsamer Strand mit feinstem Sand und Muschelkalk. Wir lassen es uns nicht nehmen und stürzen uns gleich in die Fluten.

Ja, wir baden im schwarzen Meer, das Ziel unserer diesjährigen Reise. Auf der Heimfahrt erinnert uns der Genuß des Inhaltes der Kühlbox an die menschlichen Bedürfnisse und wir haben viel Spaß bei der Verrichtung der Notdurft auf einem wackligen Boot mitten im Delta. Nach gut 4 Stunden ist der Zauber unseres Ausfluges zwar vorei. Der Ausflug wird aber lange in unseren Köpfen bleiben.

 

Am Abend geniĂźen wir das Essen von Lili, sitzen noch ein wenig beinander und gehen dieses mal etwas frĂĽher ins Bett, bevor die Staunzen kommen. Morgen geht es schlieĂźlich fast bis nach Bulgarien.

 

 

 

 

 

 

 

 
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